Bilder und Töne statt nur Text: EMS bringt mehr Gefühl ins Display. Doch nicht alle Handys sind fit für die neue SMS-Technik.
Das leistet EMS
Der EMS-Standard verarbeitet einfache Schwarzweiß-Grafiken in drei Formaten: kleinere mit 16 mal 16 Pixeln, größere mit 32 mal 32 Pixeln und variable Formate mit bis zu 96 mal 64 Pixeln. Animierte GIF-Grafiken sind in den Formaten 8 mal 8 Pixel oder 16 mal 16 Pixel möglich. Wer ein Bild in seine Nachricht einfügen will, wählt den entsprechenden Menüpunkt im Handy, sucht das passende Motiv und klickt auf Einfügen. Die Grafik wird als Code in die Textbotschaft eingefügt, beim Empfänger erscheint das Bild auf dem Display. Zudem lassen sich Textpassagen formatieren: Der Versender kann unter verschiedenen Schrifttypen wählen, den Text fetten, kursiv setzen oder unterstreichen. Auch lässt sich die Nachricht in Absätze unterteilen sowie linksbündig, rechtsbündig oder zentriert ausrichten. Damit die Message auch den richtigen Ton trifft, sind in allen EMS-Handys zehn Melodien vordefiniert, die der Autor ebenso wie die Bilder der Botschaft hinzufügen kann. Öffnet der Adressat die Nachricht, ertönt die entsprechende Melodie. Die EMS-Modelle von Ericsson erlauben zudem die Komposition eigener Töne über einen Editor.
Nicht alle Hersteller dabei
Alcatel, Motorola, Siemens und EMS-Pionier Ericsson arbeiten mit dem neuen Standard, aber Nokia ist nicht mit von der Partie. Der Weltmarktführer setzt seit 1997 auf sein "Smart Messaging", das jedoch nur mit Nokia-Handys ab dem Modell 8110i funktioniert. Und Philips arbeitet mit der EMS-verwandten Lösung der Firma "M@gic 4", die bislang aber kaum verbreitet ist. Doch auch die Anbieter von EMS-Handys kochen ihr eigenes Süppchen. Während Ericsson-Handys neben den vordefinierten auch eigene Bilder und Töne speichern können, unterstützen Siemens-Modelle nur die vorgegebenen Grafiken und Sounds. Schickt also ein Ericsson- User eine Nachricht mit eigenen Bildern und Tönen an ein Siemens-Handy, erscheint in dessen Display nur der Text. Zudem klappt der EMS-Versand in fremde Mobilfunknetze bislang nicht ohne Probleme.
Diese Handys können EMS Siemens: Siemens hat seine beiden neuen Business-Modelle S45 und ME45 sowie das Einsteiger-Gerät C45 mit EMS-Funktionen ausgestattet. Allerdings lassen sich mit den Siemens-Modellen keine eigenen Grafiken oder Melodien erstellen. So müssen sich Kunden mit 15 Bildern und zehn Tönen begnügen, die andere EMS-Handys zudem nur teilweise erkennen. Umgekehrt können die Bayern-Handys nicht alle Bilder darstellen, die von Handys anderer Hersteller empfangen werden. Verschickt etwa ein Ericsson-Nutzer ein in Eigenregie erstelltes oder nachträglich aus dem Internet geladenes EMS-Bild an ein Siemens-Handy, kann dieses die Grafik nicht darstellen.
Ericsson: Ericsson hat fünf Modelle mit dem neuen Messaging-Service ausgestattet: die Business-Handys R520m und T39m sowie die Mittelklasse-Geräte T20e, T29s und T65. In allen Geräten sind - wie im EMS-Standard vorgesehen - zehn Erkennungsmelodien vorgegeben, zusätzlich kann der Nutzer beliebig viele Tonfolgen via Handy-Tastatur selbst komponieren und acht dieser Melodien im Mobiltelefon speichern. Im Gegensatz zu Siemens erlaubt Ericsson seinen Kunden zudem, Grafiken mit speziellen Editor-Programmen per Handy oder per PC selbst zu erstellen. Die Modelle T20e und T29s unterstützen jedoch keine Textformatierung.
Alcatel: Das Einsteiger-Handy One Touch 511 bietet neben WAP, Sprachmemo und mehrstimmigen Klingeltönen der edle Silberling auch EMS. Das Handy verfügt über 21 Grafiken und sechs vorgegebene Animationen. Der Nutzer kann neben zehn definierten Klingeltönen sechs eigene Tonfolgen speichern. Texte formatieren kann das Handy jedoch nicht.
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