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Mut zur Lücke - GPRS-Netze im Test

Zwei Wochen lang waren Spezialisten mit aufwändigem Mess-Equipment 2500 Kilometer quer durch die Republik unterwegs, um permanent Daten via GPRS über das Internet zu übertragen. Dabei kam es auf Erreichbarkeit, Stabilität und Geschwindigkeit der Datenverbindungen an.

Der Sieger: Viag Interkom
Ausgerechnet der jüngste und kleinste der vier Netzbetreiber lieferte im Test die beste Vorstellung und setzte sich an die Spitze. Nur bei der Verfügbarkeit wird Viag Interkom von T-D1 übertroffen - um exakt 2,7 Prozent. Die wenigen Probleme traten hauptsächlich in Städten auf: Am Frankfurter Hauptbahnhof gab es geringfügige Probleme mit der Verfügbarkeit, ebenso in Teilen Berlins. Die extrem hohe Kapazität des Netzes äußert sich vor allem darin, dass Viag in 95 Prozent aller Fälle drei Zeitschlitze zur Verfügung stellte. Bei Standmessungen lag diese Quote sogar bei 98 Prozent, auf Autobahnen immerhin noch bei knapp 90 Prozent. Überdies waren die Datenverbindungen im Vergleich sehr stabil. Dank exzellenter Datenraten, die mit Maximalwerten von fast 32 Kilobit pro Sekunde nah an das Ideal von 34 KBit/s herankamen, markierte Viag knapp vor E-Plus die Spitze bei diesem Test.

Zweiter Platz: E-Plus
Die Erreichbarkeit von rund 87 Prozent ist durchschnittlich, ebenso die Stabilität von 76 Prozent. Bei den Messungen im Stand betrug die Stabilität noch respektable 88 Prozent, doch auf den Autobahnen brach das E-Plus-Netz mit 53 Prozent regelrecht ein. Spitze dagegen: In neun von zehn Fällen stellte E-Plus bei Standmessungen drei Zeitschlitze zur Verfügung. Die hohe Kapazität des Netzes spiegelt sich bei den Übertragungsraten wieder: Maximalwerte von über 31 Kilobit pro Sekunde summierten den Durchschnittswert auf über 25 KBit/s.

Dritter Platz: T-D1
Nur für gut zwei Prozent der Dauer der Messfahrt war der Datenturbo länger als zwei Minuten nicht verfügbar. Mit diesem fast perfekten Ergebnis in der Disziplin Erreichbarkeit liegt T-D1 noch vor Testsieger Viag Interkom. Zwar konnte auch das T-D1-Netz mit knapp 83 Prozent längst nicht alle Übertragungen erfolgreich zu Ende führen, aber selbst um die Stabilität des Netzes von Viag Interkom ist es nur geringfügig besser bestellt. Der größte Schwachpunkt des T-D1-Netzes ist allerdings die vergleichsweise bescheidene Übertragungsgeschwindigkeit: In keinem Netz standen drei Zeitschlitze so selten zur Verfügung, häufig mussten sich die Tester gar mit einem einzigen bescheiden. Hier fordert die hohe Auslastung des Netzes mit über 22 Millionen Kunden offensichtlich Tribut. Vor allem auf den Autobahnen war T-D1 mit rund 17 Kilobit pro Sekunde am langsamsten.

Vierter Platz: D2 Vodafone
Zwei regionale Totalausfälle und heftige Probleme bei den Standmessungen sind für das schlechte Abschneiden von D2 verantwortlich. Neben der enormen Auslastung des D2-Netzes mit knapp 22 Millionen Kunden scheinen auch Konfigurationsprobleme eine Ursache der schlechten Erreichbarkeit zu sein: Den Verbindungen wurden öfter drei Zeitschlitze zugeteilt als beim Konkurrenten T-D1. Aus diesem Grund erreichten die Übertragungsraten von D2 bei Standmessungen mit durchschnittlich 20 Kilobit pro Sekunde fast das Niveau des Konkurrenten T-D1. Auch während der Fahrten düsten die Bits und Bytes recht flott in die Test-Handys. Dass D2 dennoch Letzter wurde, liegt an der schlechten Stabilität: Etwa bei jeder dritten Datenverbindung kam es zu Abbrüchen.

Fazit
Die großen Unterschiede zwischen den vier Kandidaten zeigen, woran die Herren der Netze noch arbeiten müssen: Dass Viag Interkom auf dem ersten und D2 Vodafone auf dem letzten Platz landet, zeigt deutlich die größte Schwäche des Datenturbos - während die Münchener ihre vergleichsweise wenigen Kunden mit opulenten Datenraten verwöhnen können, wird's langsam eng im D2-Netz mit seinen 22 Millionen Kunden. Die wichtigste Aufgabe vor allem der D-Netz-Betreiber ist deshalb ein zügiger Netzausbau. Denn wenn die Kunden in großer Zahl per GPRS always online sein wollen, darf der Datenturbo keinesfalls in Stottern geraten.
 




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